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Über das Fellowship

HSJP Fellowship für Kritisch-Konstruktiven Wirtschaftsjournalis­mus

Das HSJP Fellowship fördert kritisch-konstruktiven Wirtschaftsjournalismus. Gesucht wird eine herausragende Rechercheidee für eine bessere Wirtschaft, die dann im Rahmen des Fellowships umgesetzt werden soll. Es verbindet ein Stipendium der ING Deutschland mit journalistischem Mentoring. Das Fellowship ist auf einen Zeitraum von drei Monaten ausgelegt. Am Ende steht im besten Fall ein Leuchtturm-Projekt, das auch Helmut Schmidts Anerkennung gefunden hätte.

Die Mentoren

Bei der Umsetzung der ausgezeichneten Rechercheidee wird der/die Fellow von den vielfach ausgezeichneten Wirtschaftsjournalisten Felix Rohrbeck und Oliver Schröm betreut: Sie unterstützen bei der Recherche, bei der Entwicklung einer möglichst partizipativen und crossmedialen Dramaturgie und mit Kontakten zu Medienpartnern.

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Das HSJP Fellowship schafft etwas, das im Arbeitsalltag junger Journalisten oft fehlt: Zeit und Fokus für eine wirklich tiefgehende Recherche und ihre crossmediale Umsetzung. Ich begleite das Programm seit mehreren Jahren und sehe jedes Mal, welches Potenzial darin steckt. Umso mehr freue ich mich auf weitere starke Fellowship-Projekte.«

Felix Rohrbeck, HSJP Fellowship-Mentor

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Beharrlichkeit bei der Recherche ist keine journalistische Tugend unter vielen, sondern die Voraussetzung für Glaubwürdigkeit. Relevante Enthüllungen entstehen manchmal aus einem einzigen Satz, den andere überlesen. Ich freue mich darauf, meine Erfahrung mit jungen Journalistinnen und Journalisten zu teilen.«

Oliver Schröm, HSJP Fellowship-Mentor

Was bietet das Fellowship?

  • Das Stipendium (gestiftet von der ING Deutschland) deckt die Lebenshaltungskosten in Höhe von 3.000 Euro pro Monat ab (für maximal drei Monate). Außerdem werden notwendige Reise- und Recherchekosten (anteilig) übernommen (bis maximal 6.000 Euro)
  • Das Mentoring-Programm bietet intensives Sparring durch Felix Rohrbeck und Oliver Schröm

Wer kann sich bewerben?

Journalistinnen und Journalisten, die zum Zeitpunkt der Bewerbung nicht älter als 35 Jahre sind, eine konkrete Rechercheidee entwickelt haben und bereit sind, drei Monate in Vollzeit an dem Projekt zu arbeiten. Auch eine Bewerbung als Duo ist möglich, wenn beide Journalist*innen über drei Monate Vollzeit an der Recherche arbeiten und sich die Förderung teilen.

Was gehört in die Bewerbung?

  • Motivations-Schreiben und aussagekräftiger Pitch der Rechercheidee (zusammen maximal drei Seiten)
  • Ein Lebenslauf
  • drei aussagekräftige, journalistische Arbeitsproben

Bewerben Sie sich jetzt!

Die Auswahl des Fellows erfolgt durch die Jury des Helmut Schmidt Journalistenpreises in Abstimmung mit Felix Rohrbeck und Oliver Schröm.

Bewerbungsschluss ist der 30. Juni 2027.

Zur Bewerbung

HSJP Fellow 2026: Luisa Wick

Das Fellowship zum Helmut Schmidt Journalistenpreis geht an die freie Journalistin Luisa Wick. Mit ihrer Rechercheidee zur Krankenhauskrise widmet sie sich einem bislang wenig beleuchteten, zugleich gesellschaftlich hochrelevanten Aspekt des deutschen Gesundheitswesens. Ihr Exposé überzeugt durch eine klare Vision, investigative Ambition und einen systematischen Rechercheansatz. Die Jury sieht in dem Vorhaben das Potenzial, neue Erkenntnisse über kriselnde Krankenhäuser und den Umgang mit öffentlichen Mitteln zu gewinnen. Als talentierte Erzählerin mit journalistischem Gespür bringt Luisa Wick die Voraussetzungen mit, aus einer komplexen Recherche eine starke Geschichte zu machen. Für dieses vielversprechende Projekt erhält Luisa Wick das HSJP Fellowship 2026.

HSJP Fellow 2025: Christian Schweppe

Der freie Journalist und Fellowship-Preisträger 2025 Christian Schweppe hat sich in einer dreimonatigen Recherche kritisch-konstruktiv mit dem Thema Rüstungsfinanzierung auseinandergesetzt und dabei Einsicht in vertrauliche Rüstungsverträge zwischen der Bundesrepublik Deutschland und den USA erhalten. Seine Recherche zeigt: Während die deutsche Bundesregierung bei der Rüstung souveräner werden will, nimmt die Abhängigkeit von den USA weiter zu. Die Ergebnisse veröffentlichte er in dem TV-Beitrag „Die Knebelverträge mit den USA“ für ZDF frontal 21 sowie in dem Bericht „Trumps geheime Knebelverträge“, der online und in der Print-Ausgabe der ZEIT erschien.

HSJP Fellow 2024: Jacqueline Goebel

Die freie Journalistin Jacqueline Goebel hat sich im Rahmen des HSJP Fellowship in einer dreimonatigen Recherche kritisch-konstruktiv mit Cloud-Seeding-Technologien beschäftigt und ist der Frage nachgegangen, welche Auswirkungen und Erfolge die Manipulation von Wolken hat, insbesondere für den Hochwasser- und Katastrophenschutz. Eine Reise zu den Wettermachern zeigt, wer das Geschäft mit den Wolken vorantreibt – und in welche Welt es uns führen könnte. Dabei entstand ihr erster eigener Film als Autorin und Reporterin bei STRG_F: Die Regenmacher: Können sie das Wetter beeinflussen? Und ein Bericht bei Flip: Die Wettermacher.

HSJP Fellow 2023: Leon Kirschgens

Das HSJP Fellowship 2023 ging an den freien Journalisten Leon Kirschgens. Seine Idee: Sich kritisch-konstruktiv dem Thema Wasserstoff widmen – und der Frage nachgehen, wie sinnvoll, „grün“ und fair die Wasserstoffimporte nach Deutschland sind. Gemeinsam mit den beiden Mentoren und erfahrenen Wirtschaftsjournalisten Christian Salewski und Felix Rohrbeck hat er die Idee während seines dreimonatigen Fellowships geschärft – und ist der gesamten, zukünftigen Lieferkette des grünen Wasserstoffs hinterhergereist, Station für Station, von der namibischen Wüste bis in die norddeutsche Provinz. Das Ergebnis ist die Reportage „Auf der Suche nach dem Joker“, die als zehnseitige, opulent bebilderte Geschichte im Wirtschaftsmagazin brand eins sowie online bei Flip erschienen ist.

Leons Kirschgens Reportage widmet sich einem hochrelevanten Thema: Soll Deutschland klimaneutral werden, ohne dass unser Wohlstand leidet, brauchen wir grünen Wasserstoff. Kein Wunder, dass er die Fantasien von Politiker*innen und Investor*innen beflügelt. Fragt man allerdings nach, wie der Wasserstoff zu uns kommen soll, bleibt vieles vage. Im Fall von Namibia aber kann man es konkret machen. Und das hat Leon Kirschgens getan. In der Wüste hat er festgestellt, das bisher weder ein Windrad noch ein Elektrolyseur existieren. In der namibischen Hafenstadt Lüderitz, aus der die benötigten Fachkräfte kommen sollen, fehlt es an Ausbildungszentren. Auch von den Schiffen, die den Wasserstoff in Form von Ammoniak einmal transportieren sollen, gibt es lange nicht genug. Ingesamt zeigt seine Reportage wie fragil die Lieferkette ist, auf der Deutschlands Hoffnungen fußen. Und dass der Zeitplan der Politik wohl nicht zu halten sein wird. 

Für Leon Kirschgens war es nicht nur die erste, große Auslandsrecherche, sondern auch die mit Abstand längste und komplexeste Reportage, die er bisher verfasst hat. „Das Fellowship war für mich der ideale Rahmen, um ein solches Projekt umzusetzen“, sagt er. „Ich habe richtig viel gelernt.“

HSJP Fellow 2022: Cristina Helberg

Die Jury des Helmut Schmidt Journalistenpreises hat im November 2022 das erste HSJP Fellowship an die freie Journalistin Cristina Helberg vergeben. Sie hat sich im Sommer 2023 in einer dreimonatigen Recherche kritisch-konstruktiv dem Thema Inklusion gewidmet. Dabei ist sie der Frage nachgegangen, was sich wirtschaftspolitisch und gesellschaftlich ändern müsste, damit Menschen mit und ohne Behinderung öfter erfolgreich zusammenarbeiten können.

Ihr Artikel „Inklusion“ ist im Dezember 2023 in der ZEIT und bei ZEIT ONLINE erschienen: www.zeit.de