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Preisträgerinnen und Preisträger 2026

1. Preis: „Kings of Scam“ (Bayerischer Rundfunk)

„Kings of Scam – Millionen mit Fake-SMS“ vom Bayerischen Rundfunk beleuchtet die Welt des organisierten Online-Betrugs auf ebenso eindrucksvolle wie innovative Weise. Die mehrteilige Dokumentation macht die Mechanismen moderner Betrugsnetzwerke verständlich und rückt zugleich die Betroffenen in den Mittelpunkt. Dabei gelingt es den Autorinnen und Autoren, die Opfer nicht als einfältige Geschädigte darzustellen, sondern als nahbare Persönlichkeiten mit Identifikationswert. Die handelnden Journalistinnen und Journalisten werden Teil der Erzählung, ohne dabei die notwendige journalistische Distanz zu verlieren. Mit Selbstironie, Transparenz und einer zeitgemäßen Erzählweise entwickelt die Recherche damit einen besonderen Zugang zu einem Thema von hoher gesellschaftlicher Relevanz. Für die innovative und investigative Aufarbeitung eines hochrelevanten Verbraucherthemas sowie die außergewöhnlich gelungene Perspektive auf die Betroffenen wird die „team.recherche“-Dokuserie „Kings of Scam“ mit dem 1. Preis des Helmut Schmidt Journalistenpreises 2026 ausgezeichnet.

2. Preis: „Der Spion, der in die Kälte ging“ (Der Spiegel)

Mit „Der Spion, der in die Kälte ging“ zeichnet der SPIEGEL den außergewöhnlichen Weg nach, durch den der flüchtige ehemalige Wirecard-Manager Jan Marsalek in Moskau aufgespürt werden konnte. Mit modernen Recherchemethoden, großer Beharrlichkeit und investigativer Präzision erschließt das SPIEGEL-Team ein wichtiges, bislang verborgenes Puzzleteil im größten Bilanz- und Wirtschaftsskandal der deutschen Nachkriegsgeschichte. Die bemerkenswerte Rechercheleistung in Zusammenarbeit mit internationalen Medien und ihr spektakuläres Ergebnis stehen exemplarisch für investigativen Journalismus auf höchstem Niveau. Dafür wird „Der Spion, der in die Kälte ging“ mit dem 2. Preis des Helmut Schmidt Journalistenpreises 2026 ausgezeichnet.

3. Preis: „Die Geheimnisse von Palantir“ von Felix Holtermann und Thomas Jahn (Handelsblatt)

Die Berichterstattung von Felix Holtermann und Thomas Jahn im Handelsblatt zum US-Softwarehersteller Palantir gibt den Leserinnen und Lesern Einblick in ein einflussreiches und zugleich schwer durchschaubares Technologieunternehmen. Sie entmystifiziert dessen prägenden CEO Alex Karp, und zeigt die gesellschaftliche und politische Bedeutung von Palantirs Zusammenarbeit mit staatlichen Institutionen auf. Besonders überzeugen der exklusive Zugang, die anschauliche Print-Aufbereitung und das handwerklich starke, unkonventionelle Interview mit Karp. Für diese erkenntnisreichen und vielseitigen Annäherungen an ein Unternehmen von wachsender öffentlicher Relevanz für die Zukunft werden die beiden Beiträge mit dem 3. Preis des Helmut Schmidt Journalistenpreises 2026 ausgezeichnet.

Blick zurück auf die Preisträgerinnen und Preisträger seit der ersten Verleihung im Jahr 1996:

Quote Start

Journalisten, die ihr Handwerk beherrschen und verstehen, worüber sie schreiben, sollten auch komplizierte Dinge für alle verständlich ausdrücken können. Die Wirtschaftsteile der Zeitungen sind heute aber leider für Menschen, die nicht selber als Steuerberater, Banker oder Unternehmer tätig sind, nur noch teilweise zu verstehen.«

Helmut Schmidt

Helmut Schmidt Nachwuchspreis

Von 2017 bis 2021 stiftete die ING zusätzlich den Helmut Schmidt Nachwuchspreis. Der Preis richtet sich speziell an junge Journalistinnen und Journalisten bis 30 Jahre mit dem Ziel talentierte Journalistinnen und Journalisten für ihre engagierte, kritische und konstruktive Berichterstattung im Bereich Wirtschafts-und Finanzjournalismus auszuzeichnen und zu fördern.